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UNICEF-Beratungsmandat im Libanon

Das IRM unterstützt UNICEF und das libanesische Justizministerium bei der Verbesserung forensisch-medizinischer Untersuchungen von Kindern und Jugendlichen. Ziel des Beratungsmandats ist die Entwicklung eines praxisorientierten Schulungsmoduls, das kindgerechte und traumasensible Untersuchungsmethoden vermittelt, angepasst an die libanesischen Rechtsnormen und gesellschaftlichen Gegebenheiten.

Projekthintergrund und Zielsetzung

Unter der Projektleitung von Dr. med. Kathrin Gerlach begann das IRM 2023 die zweite Phase des Beratungsmandats. Das Projekt zielt darauf ab, die Qualität forensisch-medizinischer Untersuchungen von Kindern und Jugendlichen im libanesischen Justizsystem zu verbessern – insbesondere in Fällen von physischer und sexueller Gewalt, wo eine systematische Standardisierung dringend notwendig ist.

Das Schulungsmodul

Im Juli 2025 wurde das fertiggestellte Schulungsmodul «Altersschätzung und Gewalt an Kindern und Jugendlichen» an UNICEF übergeben, welches sich an Ärztinnen und Ärzte sowie Richterinnen und Staatsanwälte richtet.

Es behandelt die Themenbereiche Altersschätzung, forensische Untersuchung bei körperlicher und/oder sexueller Gewalt. Praktische Hilfsmittel wie Checklisten, Untersuchungsprotokolle und Einwilligungserklärungen ergänzen die Inhalte. Das Modul orientiert sich an internationalen Standards und berücksichtigt gleichzeitig libanesisches Recht und gesellschaftliche Gegebenheiten.

Vorbereitung von On-site-Schulungen

Die Durchführung von Schulungen vor Ort stellte das IRM vor besondere organisatorische und sicherheitsrelevante Herausforderungen: Der Libanon ist mit einer EDA-Reisewarnung Stufe 3 klassiert, und die geopolitische Lage erfordert eine sorgfältige Vorbereitung.

Hierfür erstellte das IRM Ende 2025 eine Risikoanalyse inklusive Versicherungen, Travel Safety Forms, Einsatzbriefings und bereitete eine umfassende Dokumentation für die Kantonsbehörden auf. Die Einsatzkräfte absolvierten das UN-Sicherheitstraining BSAFE und wurden in den Krisenregistern eingetragen. Transport und Unterkunft wurden in Absprache mit dem UNICEF-Sicherheitsbeauftragten organisiert.

Ausblick

Die Durchführung von On-site-Schulungen ist für Anfang 2026 geplant. Das Projekt unterstreicht die internationale Anerkennung der Expertise des IRM und dessen Engagement in der Weiterentwicklung rechtsmedizinischer Standards.