Jahresbericht Institut für Rechtsmedizin 2025

Weitere Aktivitäten

Das IRM verzeichnete 2025 bedeutende Auszeichnungen und Förderungen: Gleich drei Preise sowie mehrere Drittmittelförderungen würdigten die Forschungsleistung des Instituts, ein neuer Fachtitel stärkt die fachliche Expertise. Die aktive Mitarbeit in nationalen und internationalen Fachgremien, die regelmässige Teilnahme an Konferenzen und Kongressen sowie eine breite Medienpräsenz im Jubiläumsjahr verankern das IRM in Wissenschaft und Gesellschaft. Verschiedene Teamevents förderten den internen Zusammenhalt.

Drittmittel, Stipendien und Preise

Emilie Louise Frey-Preis für PD Dr. Claudia Lenz

PD Dr. Claudia Lenz, Leiterin der Forschungsgruppe Forensische Medizin und Bildgebung am IRM, wurde am Dies Academicus der Universität Basel mit dem Emilie Louise Frey-Preis ausgezeichnet. Der Preis zur Förderung junger Wissenschaftlerinnen wird von der Basler Sektion des Schweizerischen Verbands der Akademikerinnen vergeben.

Ausgezeichnet wurde ihre Habilitationsschrift, die unter anderen eine Publikation zur Sichtbarkeit von MRI-Befunden bei Strangulationsopfern und deren Bedeutung für die Rechtsmedizin umfasst. Ihre Forschung zeigt, dass innere Verletzungen durch Stran-gulation mittels MRI bis zu zwölf Tage nach dem Ereignis nachweisbar sind – während äussere Spuren bereits nach wenigen Tagen verblassen. Dies erweitert das forensische Nachweisfenster bei Gewaltdelikten erheblich und stärkt die Rechtssicherheit.

DGRM Promotionspreis 2025 für Dr. Janine Schulte

Janine Schulte wurde für ihre Dissertation «Challen-ges of Mixture Deconvolution using DEPArray™ Technology – Establishing Single-Cell Analysis in Forensics» mit dem Promotionspreis der Deutschen Gesellschaft für Rechtsmedizin (DGRM) ausgezeichnet. Die Ehrung fand im Rahmen der 104. Jahrestagung der DGRM im September 2025 in Graz statt. Ihre Forschungsarbeit zeigt, wie komplexe biologische Mischspuren zuverlässig in ihre Einzelbestandteile aufgelöst werden können.

Bereits zum vierten Mal in Folge wurden damit Mitarbeitende unseres Instituts mit diesem Preis für exzellente Nachwuchsforschende gewürdigt.

ESMRMB Fellowship Award für Prof. Dr. Eva Scheurer

Beim 41. Annual Scientific Meeting der European Society for Magnetic Resonance in Medicine and Biology (ESMRMB) in Marseille wurde Eva Scheurer mit dem ESMRMB Fellowship Award ausgezeichnet.

Die Ehrung würdigt ihr langjähriges Engagement für die Fachgesellschaft sowie ihre wissenschaftlichen Beiträge zur Anwendung der Magnetresonanztomographie in der Rechtsmedizin, einem Forschungsschwerpunkt, den sie am IRM massgeblich geprägt hat.

SNF-Förderung für Dr. Manuela Monti

Dr. Manuela C. Monti kehrte im Berichtsjahr erfolgreich von ihrem 1.5-jährigen Postdoc-Aufenthalt an der Universität Linköping (Schweden) ans IRM zurück. Das Stipendium war durch das SNF-Programm Postdoc.Mobility finanziert worden. Für die Rückkehr in die Schweiz erhielt sie 2025 zusätzlich ein einjähriges CH-Return-Fellowship des SNF, der ihr die Fortsetzung ihrer Arbeiten sowie die Planung weiterer Metabolomics-Projekte am IRM ermöglicht.

Förderung durch Forschungsfonds der Universität Basel für Dr. Anna Stoll

Für ihr Projekt «Investigations on Phytochemicals in Cannabis sativa and Their Quantification in Human Blood to Evaluate Recent Consumption» erhielt Anna Stoll am 2. Dezember 2025 eine Förderung des Forschungsfonds der Universität Basel für Nachwuchsforschende zugesprochen.

Das Projekt widmet sich der Unterscheidung zwischen kürzlichem und länger zurückliegendem Cannabiskonsum basierend auf der Untersuchung spezifischer Pflanzeninhaltsstoffe von Cannabis sativa im Blut.

Diese zeitliche Einordnung könnte in Zukunft die Beurteilung der Fahrfähigkeit von Cannabisnutzern optimieren und dient damit der Strassenverkehrssicherheit.

Wissenschaftliche Gesellschaften, Arbeitsgruppen und Kommissionen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des IRM sind in zahlreichen wissenschaftlichen Gesellschaften, Arbeitsgruppen und Kommissionen auf nationaler und internationaler Ebene vertreten. Durch dieses Engagement stärken wir den wissenschaftlichen Austausch und tragen zur Weiterentwicklung forensischer Standards bei. Besonders eng ist unsere Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Gesellschaft für Rechtsmedizin, in deren verschiedenen Sektionen viele unserer Mitarbeitenden aktiv mitwirken.

Fachliche Vernetzung und Engagement

Kongresse und Konferenzen

Mitarbeitende des IRM präsentierten 2025 ihre Arbeit an mehreren nationalen und internationalen Konferenzen. Die SGRM-Sommertagung in Locarno bildete dabei den jährlichen Treffpunkt für einen Grossteil der Mitarbeitenden aus allen Abteilungen. Die Forensische Genetik war zusätzlich am Spurenworkshop in Salzburg und am 25th European Forensic DNA Working Group Meeting in Bukarest vertreten. Die Forensische Chemie und Toxikologie stellte ihre Arbeit zu neuen psychoaktiven Substanzen an der TIAFT-Konferenz in Auckland vor. Die Forschungsgruppe Forensische Medizin und Bildgebung beteiligte sich am ESMRMB-Kongress 2025 mit Vorträgen, Postern und Lightning Talks und übernahm dort Funktionen als Chairpersons, Session-Moderierende sowie im Congress Planning Committee. Aus der Verkehrsmedizin hielten Mitarbeitende eingeladene Vorträge an Facharztkongressen und Qualitätszirkeln für Hausärzte.

Am IRM abgeschlossene Fachtitel

Konrad Koch, stellvertretender Abteilungsleiter der Forensischen Chemie und Toxikologie, hat am 20. Mai 2025 den Fachtitel «Forensischer Chemiker SGRM» erworben. Der Fachtitel steht für spezialisiertes Expertenwissen im Gebiet der forensischen Chemie und setzt mindestens fünf Jahre praktische Tätigkeit in der forensischen Betäubungsmittelanalytik und deren Begutachtung sowie den erfolgreichen Abschluss verschiedener Weiterbildungen und der Fachtitelprüfung voraus. Schweizweit gibt es derzeit nur vier aktive Fachtitelträger.

Für das IRM bedeutet diese Auszeichnung eine weitere Stärkung des Qualitätsanspruchs: Fachtitelträger gelten als ausgewiesene Spezialisten ihres Fachgebiets und verfügen vor Gericht über eine besonders anerkannte fachliche Legitimation.

Interne Fort- und Weiterbildung durch die SGRM akkreditiert

Die kontinuierliche Fort- und Weiterbildung der Mitarbeitenden ist dem IRM ein wichtiges Anliegen. Mit der«juristisch-kriminalistischen Reihe», in welcher Juristinnen und Juristen verschiedener Rechtsgebiete vortragen, legen wir die Basis für eine optimale Einbettung unserer gutachterlichen Tätigkeit und unserer Gutachten in die rechtliche Praxis, im Bereich der Strafverfolgung, aber auch anderen Rechtsgebieten (Administrativmassnahmenrecht, Strassenverkehrsrecht, Betäubungsmittelrecht, etc.). Seit Oktober 2025 ist die Reihe durch die Sektion Forensische Medizin der SGRM akkreditiert – pro Veranstaltung von 90 Minuten werden 1.5 Creditsvergeben. Zudem stellen wir das Format neu als Hybridveranstaltung auch allen weiteren Instituten für Rechtsmedizin der Schweiz zur Verfügung und leisten damit einen Beitrag zur nationalen rechtsmedizinischen Weiterbildung.

Öffentliche Vortragsreihe

Im Rahmen der öffentlichen Vortragsreihe organisierte das IRM 2025 Vorträge von externen Referentinnen und Referenten aus Partnerinstitutionen – von der Artenschutzkontrolle über das kantonale Bedrohungsmanagement bis zur molekularen Pathologie. Die Vorträge finden etwa 2-monatlich jeweils dienstags um 16:15 Uhr in der Institutsbibliothek statt und stehen Interessierten kostenlos offen.

Vor dem Hintergrund des 100-jährigen Jubiläum des IRM war der Vortrag der Kunsthistorikerin Dr. phil. Anna Lehninger vom Schweizerischen Institut für Kinder- und Jugendmedien (Zürich) ein besonderer Höhepunkt. Sie beleuchtete die Basler Malerin und Illustratorin Martha Pfannenschmid (1900-1999), die von 1925 bis 1960 am IRM tätig war. Pfannenschmid fertigte unter anderem Lehrtafeln für den Unterricht sowie Abgüsse und Illustrationen von Verletzungsspuren für medizinische Fachpublikationen an – und war gleichzeitig durch ihre Illustrationen der Heidi-Sammelbände schweizweit bekannt. Er verknüpfte die Institutsgeschichte auf eindrückliche Weise mit dem Jubiläumsjahr und fand aufgrund der grossen Nachfrage ausnahmsweise im Hörsaal des Biozentrums statt.

Teamevents

Das Jahr 2025 stand ganz im Zeichen des 100-jährigen Bestehens des IRM – ein Jubiläum, das gleich mehrere gemeinsame Momenteprägte.

Den Auftakt bildete bereits im Januar eine besondere Mitarbeitendenversammlung: Beim Neujahrsapéro auf der Baustelle des künftigen Institutsstandorts an der Socinstrasse 55 erhielten die Mitarbeitenden erste Einblicke in das laufende Bauprojekt. Institutsleiterin Eva Scheurer und Departementsvorsteher Lukas Engelberger begrüssten die Anwesenden, bevor Generalplaner Tizian Brunetti über den Baufortschritt informierte.

Der Höhepunkt des Jubiläumsjahres für die Mitarbeitenden war die interne Feier vom 9. Mai im Volkshaus Basel: Bei einem festlichen Abend stiessen alle gemeinsam auf 100 Jahre IRM an. Ebenfalls im Mai nahmen Mitarbeitende des IRM zum wiederholten Mal im Team des Gesundheitsdepartements Basel-Stadt am B2Run-Firmenlauf in Basel teil.

Im Sommer bewies ein IRM-Team bei der Bike-to-Work-Challenge aussergewöhnlichen Ehrgeiz: Mit 1'325 gefahrenen Kilometern, 100-prozentiger Beteiligung - und damit eingespartem CO₂ - belegte das Team Platz 1 von 81 Teams im Kanton Basel-Stadt.

Den feierlichen Abschluss des Jubiläumsjahres bildete am 29. Oktober der offizielle Festakt im Grossratssaal des Rathauses Basel-Stadt, zu dem das Institut geladene Gäste aus Wissenschaft, Justiz und Politik empfing.

LinkedIn-Präsenz des IRM

Im Mai 2025 startete das IRM ein Pilotprojekt zur Etablierung einer institutionellen Präsenz auf LinkedIn. Ziel war es, die Sichtbarkeit des Instituts zu erhöhen, unsere Fortschritte in Forschung und Lehre zu teilen und das Netzwerk mit unseren Partnern und Auftraggebern zu erweitern. Publiziert wurden Beiträge zu Forschung und Studien, Lehrveranstaltungen, Einblicken in die Facharbeit und institutionellen Neuigkeiten.

Die Pilotphase von Mai bis Dezember 2025 verlief erfolgreich: In sieben Monaten wurden 32 Beiträge veröffentlicht und es konnten zahlreiche Follower gewonnen werden. Besonders hohe Resonanz erzielten Beiträge rund um das 100-Jahr-Jubiläum sowie Posts zu wissenschaftlichen Publikationen. Basierend auf diesen Ergebnissen haben wir die LinkedIn-Aktivität nach Abschluss der Pilotphase in den Regelbetrieb überführt.

Zum LinkedIn-Profil des IRM

Public Relations – das IRM in den Medien

Die Medienpräsenz des IRM war 2025 eng mit dem100-Jahr-Jubiläum verknüpft. Den Höhepunkt bildete die Jubiläumsmedienkonferenz vom 4. September, an der Lukas Engelberger, Vorsteher des Gesundheitsdepartements, und Institutsdirektorin Eva Scheurer auf 100 Jahre Geschichte des Instituts zurückblickten und die Pläne für den neuen Standort an der Socinstrasse vorstellten. Die Berichterstattung wurde von regionalen und überregionalen Medien breit aufgenommen. Eine Übersicht der Jubiläumsberichterstattung findet sich auf der Jubiläumswebseite.

Darüber hinaus war das IRM in weiteren Beiträgen präsent:

Zum zweiten Mal stellte das IRM ausserdem seine Räumlichkeiten als Drehort zur Verfügung: Bibliothek, Labor und Eingangsbereich dienten als Kulisse für einzelne Episoden der zweiten Staffel der SRF-1-Serie «Die Beschatter», die ab Februar 2025 ausgestrahlt wurde.