Jahresbericht Institut für Rechtsmedizin 2025

Lehre

Das IRM vermittelt forensisches Fachwissen an drei Fakultäten der Universität Basel sowie in zahlreichen nicht-akademischen Schulungen. Mit innovativen Lehrformaten und praxisnahen Workshops trägt das IRM zur interdisziplinären Ausbildung bei und stärkt die Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Medizin und Rechtssystem.

Lehrveranstaltungen an der Universität Basel

Die Lehrleistung des Instituts für Rechtsmedizin an der Universität Basel erstreckt sich über drei Fakultäten und umfasst diverse Studiengänge. Die Mitarbeitenden des IRM engagieren sich in verschiedenen Lehrformaten – von klassischen Vorlesungen über praktische Workshops bis hin zu innovativen Lehrkonzepten im Rahmen des neuen Masterstudiengangs Biomedical Engineering.

Besonders hervorzuheben ist die Breite des Angebots: Es reicht von Grundlagenveranstaltungen in der Humanmedizin über spezialisierte Kurse in den Naturwissenschaften bis hin zur rechtswissenschaftlichen Ausbildung, ergänzt durch Vorlesungen und Workshops aller Abteilungen, welche den Studierenden die klinisch-forensische Schnittstelle praxisnah vermitteln. Diese fakultätsübergreifende Lehrtätigkeit unterstreicht den interdisziplinären Charakter der Rechtsmedizin und trägt zur Vernetzung verschiedener Fachbereiche bei.

Übersicht unserer Lehrveranstaltungen

Lehrleistungen nach Fakultäten und Studienabschlüssen 2025

Der Hauptanteil unserer Lehrtätigkeit entfällt auf die Medizinische Fakultät, wo wir sowohl im Bachelor- als auch im Masterstudium präsent sind.

860
160
67
199

1’286

Stunden

152
323
385
152
Bachelor Humanmedizin
323
Master Humanmedizin
385
Master Biomedical Engineering

Medizinische Fakultät

860

var(--primärfarbe)

Bachelor Rechtswissenschaft

160

var(--gsv)

Bachelor Biologie

67

var(--gelb)

Master Chemie

199

var(--kl)
var(--dunkel-weiss)

Schwerpunkt 2025: Erste Absolvierende im MSc Biomedical Engineering

Der Joint Masterstudiengang «Master of Science in Biomedical Engineering», den die Universität Basel und die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) seit 2023 gemeinsam tragen, hat 2025 einen wichtigen Meilenstein erreicht: Der erste Jahrgang schloss das Studium ab. Das IRM ist seit Beginn mit mehreren Lehrveranstaltungen im Curriculum vertreten – darunter «Applied Methods in Forensic Genetics and Forensic Toxicology» sowie die Kurse «Forensic Imaging» und «Hands on MRI and CT».

Besonders erfreulich: Gleich zwei Masterarbeiten wurden 2025 am IRM abgeschlossen. Elisa Sohrmann forschte in der Forensischen Genetik zum Thema «Police Field Trial and Laboratory Optimisation of the DNA-Buster» (Betreuung: Dr. Iris Schulz) und wurde an der FHNW-Diplomfeier vom 14. November 2025 mit dem Preis für den besten Gesamtabschluss im Studiengang ausgezeichnet. Soyan Dawit Gebreyohannes schloss ihre Arbeit «Postprocessing Tool for Injury Prediction in Fall-From-Height Simulations for Forensic Investigations» in der Forschungsgruppe Forensische Medizin und Bildgebung ab (Betreuung: PD Dr. Claudia Lenz).

Zum Masterstudiengang

Bachelor-, Master- und Doktorarbeiten

Am IRM werden regelmässig studentische Arbeiten, d.h. Bachelor- und Masterarbeiten sowie Doktorarbeiten betreut und durchgeführt. Zusätzlich betreuen Mitarbeitende des IRM als Zweitbetreuer und Zweitbetreuerinnen studentische Arbeiten, die an anderen Instituten durchgeführt werden.

Qualifikationsarbeiten 2025

Nicht-akademische Lehrtätigkeiten sowie Fort- und Weiterbildung

Im Jahr 2025 leistete das IRM insgesamt 291 Stunden nicht-akademische Lehrtätigkeit im Rahmen von 44 Veranstaltungen – verteilt auf Schulungen, Workshops und Vorträgen für externe Zielgruppen. Hinzu kommen erstmals systematisch erfasste 376 Stunden abgehaltener ärztlicher Weiterbildung, in denen IRM-Mitarbeitende als Dozierende auftraten. Da diese Kategorie bislang nicht separat erhoben wurde, ist der direkte Vergleich mit den 537 Stunden aus dem Vorjahr eingeschränkt; zusammengenommen ergibt sich für 2025 eine Gesamtleistung von 667 Stunden.

  • Weiterbildungen für Strafverfolgung und Justiz bildeten einen wichtigen Schwerpunkt: Neben regelmässigen Schulungen für Polizeianwärterinnen und -anwärter an den Polizeischulen Basel-Stadt, Basel-Landschaft und Solothurn und einem DNA-Grund- und Aufbaukurs für Mitarbeitende der Kriminaltechnik, Gerichte und Staatsanwaltschaften führte das IRM Weiterbildungen für die Staatsanwaltschaften beider Basel sowie das Richteramt Olten-Gösgen durch. Die Forensische Chemie und Toxikologie führte mehrere FACE-Schulungen für die Verkehrspolizei Basel-Stadt und Basel-Landschaft durch; die Forensische Genetik präsentierte zudem an der Jahrestagung der Kriminaltechnik Schweiz die Feldstudie zum DNA-Buster.
  • Medizinisches Fachpersonal profitierte von einem breiten Angebot: Schulungen für Rettungssanität, Notfallpflege und Neurologie, eine Tageshospitation für Amtsärztinnen und Amtsärzte des Kantons Solothurn sowie ein mehrtägiges Praktikum für Präparatorinnen des IRM Münster. Im Rahmen der gegebenen ärztlichen Weiterbildung lag der Schwerpunkt auf der Forensischen Medizin und Verkehrsmedizin, die den grössten Anteil beisteuerten – unter anderem mit dem Hausarzt-Update, dem Notarztkurs und dem Refresherkurs Verkehrsmedizin. Weitere Themen umfassten forensisch-medizinische Grundlagen wie Ersticken und Schussverletzungen sowie verkehrsmedizinische Weiterbildungen für Fachärztinnen und Fachärzte.
  • Schulen und Prävention: Im Rahmen des Präventionsprogramms «Null auf Hundert» sensibilisiert die Forensische Chemie und Toxikologie Jugendliche der Sekundarstufe II an der Kantonsschule Solothurn und am KV BL in Liestal für Risiken von Substanzkonsum im Strassenverkehr. Die Forensische Genetik trat zudem zweimal an der Volkshochschule beider Basel mit einem öffentlich zugänglichen Vortrag zur DNA-Analyse auf.

Die nicht-akademischen Lehrtätigkeiten sowie die gegebenen Fort- und Weiterbildungen des Instituts für Rechtsmedizin im Jahr 2025 verdeutlichen das breite Spektrum an Expertise, das über die universitäre Lehre hinaus in die Praxis getragen wird. Dies unterstreicht die wichtige Schnittstellenfunktion des IRM zwischen Wissenschaft, Medizin und Rechtssystem und unseren Beitrag zur Qualitätssicherung in der forensischen Arbeit für unsere Auftraggeber.